Mi – So 11 – 18 Uhr · Winter bis 17 Uhr · Mo & Di Ruhetag · Nur Barzahlung FacebookGipfelbuchhochsteinbaude [at] gmail [punkt] com
Geschichte der Königshainer Berge

Carl Adolph von Schachmann

Wer heute auf dem Hochstein steht, steht in einer Landschaft, die vor rund 250 Jahren schon einmal sehr genau angesehen wurde. Der Königshainer Gutsherr Carl Adolph Gottlob von Schachmann (1725–1789) hat diese Felsen gezeichnet, untersucht und beschrieben – lange bevor irgendwer das Wort Denkmalpflege benutzte. Seinem Blick verdanken wir, dass wir wissen, wie der Kuckuckstein im Jahr 1780 aussah.

Gemaltes Bildnis Carl Adolph Gottlob von Schachmanns: ein Mann mit weiß gepudertem Haar, dunklem Mantel und weißem Halstuch vor dunklem Grund
Bildnis Carl Adolph Gottlob von Schachmanns
1725–1789Lebensdaten
ab 1752Gutsherr von Königshain
1780Erste Beschreibung des Gebirges
2025300. Geburtstag

Warum das hier steht

Diese Seite gehört eigentlich nicht zu einem Gasthof. Aber die Baude steht auf dem Felsen, den Schachmann gezeichnet hat, und die meisten Gäste laufen an drei seiner Motive vorbei, ohne es zu wissen. Ein paar Absätze Vorgeschichte machen den Weg hinauf zu einer anderen Wanderung.

Sein Leben

Ein Aufklärer in der Oberlausitz

Schachmann stammte aus einer Familie, deren Geschichte bis in die Zeit der Hanse zurückreicht. Sie kam aus Danzig und legte ihr Geld später in schlesischen Gütern an. Geboren wurde er 1725 in Hermsdorf bei Görlitz.

Von 1743 bis 1748 studierte er in Leipzig und Halle: Rechtswissenschaften, daneben Philosophie und die Künste. Danach ging er zwei Jahre auf Bildungsreise, durch Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Wer so unterwegs war, kam mit Fragen zurück.

1752 starb sein Vater und Schachmann übernahm das Rittergut Königshain. Von da an ist sein Leben mit diesem Dorf und diesen Bergen verbunden. 1764 trat er der Herrnhuter Brüdergemeine bei; im selben Jahr begann der Neubau des Schlosses, und zwischen 1765 und 1770 ließ er darum herum einen großen Naturgarten anlegen.

1779 nahm ihn die Oberlausitzische Gesellschaft der Wissenschaften auf. 1785 zog er sich nach Herrnhut zurück, wo er am 28. Januar 1789 starb.

Farbige Lithografie des Schlosses Königshain: ein zweigeschossiger heller Barockbau am Ende eines Gartens, links und rechts Torpfeiler mit steinernen Vasen, davor eine Kutsche auf dem Rundweg
Das Schloss, dessen Neubau 1764 begann – hier auf einer Lithografie des 19. Jahrhunderts, mit dem Garten davor. Es steht heute noch im Dorf.
Sein Werk

Die erste Beschreibung dieser Berge

1780 erschien das Buch, das Schachmann für unsere Gegend unersetzlich macht: „Beobachtungen über das Gebirge bey Koenigshain in der Oberlausitz“. Darin steht nebeneinander, was damals kaum jemand zusammen dachte – die Beschaffenheit des Granits, die Form der einzelnen Felsen, die Funde im Boden und die Geschichten, die im Dorf darüber erzählt wurden.

Am Totenstein fand er hunderte Keramikscherben und Gegenstände aus Bronze. Er deutete den Platz nicht als Friedhof, sondern als Ort, an dem zu bestimmten Zeiten des Jahres gefeiert wurde. 64 Jahre nach seiner Beschreibung stellte König Friedrich Wilhelm IV. die Felsgruppe 1844 als „Denkmal der Vorzeit“ unter Schutz – eines der ältesten Naturdenkmale Deutschlands.

Den Kuckuckstein beschrieb er als genau ausgerichteten Block. Dass um die Wintersonnenwende die Mittagssonne in seinem Sichtloch erscheint, wurde erst 2007 von Hilmar Hensel und Ralf Herold vermessen. Schachmanns Stich von 1780 zeigt den Felsen aber bereits in genau der Form, in der er heute dasteht.

GranitGestein und Verwitterung beschrieben
ScherbenFunde am Totenstein dokumentiert
1844Totenstein unter Schutz gestellt
Seine Blätter

Was er gesehen hat, können Sie nachsehen

Schachmann zeichnete selbst – Federzeichnungen, Radierungen, kolorierte Blätter. Es ist keine Kunst um ihrer selbst willen: die Blätter halten fest, wie ein Fels aussieht, von welcher Seite und in welchem Licht. Nehmen Sie sie mit auf die Wanderung und vergleichen Sie.

Stich des Hochsteins mit der handschriftlichen Bildunterschrift „Der Hohe stein bei Koenigshain“: geschichteter Granitfelsen, auf dem höchsten Block ein kleiner offener Pavillon, rechts eine in den Fels gehauene Treppe, links eine Gestalt hoch oben auf dem Fels
Der Hohe Stein bei KoenigshainAuf der Kuppe steht ein kleiner offener Pavillon, rechts führt eine Treppe hinauf, links oben auf dem Fels steht eine Gestalt. Ein Aussichtspunkt war der Hochstein also schon lange vor dem heutigen Turm.
Kolorierter Stich mit der Unterschrift „Die S.W. Seite des Hohsteins“: graue Granitblöcke mit Treppe, links ein Gartenhaus mit Rundbogenportal und eine Kutsche, oben auf dem Felsen drei Personen hinter einer Brüstung
Die S.W. Seite des HohsteinsKoloriertes Blatt, unten rechts datiert Jan. 1788. Links ein Gartenhaus mit Rundbogen, davor eine Kutsche und Pferde; oben auf dem Felsen eine Brüstung mit drei Besuchern, einer schaut durch ein Fernrohr.
Stich mit der Unterschrift „Der Kuckuck Stein“: ein pilzförmiger Granitblock im Wald, waagerechte Platte auf schmalem Sockel, links sitzt ein Wanderer mit Hund davor
Der KuckucksteinDerselbe Fels, den Sie heute rund 300 Meter nördlich der Baude finden. Vergleichen Sie die Form: in fast 250 Jahren hat sich an ihm nichts verändert, was das Auge sehen könnte.
Stich mit der Unterschrift „Der Todten-Stein“: eine hohe geschichtete Felsgruppe zwischen Fichten, im Vordergrund ein Wanderer mit Hund auf dem Waldweg
Der Todten-SteinDie Felsgruppe, an der Schachmann die Scherben und die Bronzen fand. Von hier führen mehrere Rundwege hinüber zum Hochstein.
Radierung des Todtensteins: eine mehrfach gestufte Granitfelsgruppe zwischen hohen Fichten, auf der Kuppe zwei kleine Figuren, im Vordergrund ein Jäger mit Hund und ein sitzender Zeichner
Der Todtenstein, großes BlattDieselbe Felsgruppe auf einem größeren, reicher ausgeführten Blatt. Oben auf der Kuppe stehen zwei Gestalten, unten geht ein Jäger mit Hund vorbei – und daneben sitzt auf einem Stein ein Zeichner, das Brett auf den Knien. So sind diese Blätter entstanden.
Der Sammler

Münzen, Antiken und eine Sphinx im Wappen

Schachmann sammelte, und zwar geordnet: 1774 erschien sein Münzkatalog. Dazu kamen ägyptische Altertümer – im 18. Jahrhundert eine Seltenheit in der Oberlausitz. Das Schloss war damit auch ein Ort, an den man zum Ansehen und Nachfragen kam.

Das Ägyptische taucht in seinen Zeichnungen wieder auf: der Tempel von Luxor, und eine Sphinx. Auf diesem Blatt hält sie das Familienwappen – ein Schachbrett im Schild, passend zum Namen. Unten links steht seine Signatur: „Schachman delin.“, gezeichnet von Schachmann selbst.

Federzeichnung: eine liegende Sphinx mit Kopftuch hält ein ovales Wappenschild mit Schachbrettmuster und Krone, auf dem Boden davor Zeichenbrett, Stifte und eine Palette, links die Signatur „Schachman delin.“
Wappen mit Sphinx – Schachbrett im Schild, Zeichengerät davor. Unten links die eigene Signatur.
Auf seinen Spuren

Drei seiner Motive liegen fußläufig

Hochstein, Kuckuckstein und Totenstein liegen dicht beieinander und lassen sich in einer Wanderung verbinden. Der Kuckuckstein steht rund 300 Meter nördlich der Baude, vom Totenstein führen mehrere Rundwege herüber. Das Schloss finden Sie unten im Dorf, am Fuß des Berges.

Mehr über Schachmann

Die Seite zum 300. Geburtstag

Zu seinem 300. Geburtstag im Jahr 2025 ist eine eigene Website entstanden: von-schachmann.de. Dort stehen Biographie, Zeichnungen und Forschungen ausführlich – und einiges, was es hier nicht gibt: der Kuckuckstein als begehbare Sternwarte mit Tag- und Nachtlauf, der Opfertisch als Modell im Maßstab eins zu eins, die Schachmannsäule als Rekonstruktion vor ihrem Verfall. Alles läuft im Browser, ohne dass etwas installiert werden muss.

  • Biographie und Zeitleiste
  • Zeichnungen und Grafiken
  • Forschungen zu Totenstein und Kuckuckstein
  • XR: Sternwarte, Opfertisch, Schachmannsäule
  • Wanderkarte zu den Motiven

Einkehren, wo er gezeichnet hat

Nach der Runde über Kuckuckstein und Totenstein steht die Baude auf demselben Felsen wie 1780. Die Küche kocht frisch, der Turm ist frei.

Zur Speisekarte

Tisch reservieren

Womit möchten Sie schreiben?

Bitte Ihre Telefonnummer mit angeben – ohne eine Nummer für den Rückruf können wir nicht zusagen.

E-Mail-Programm öffnen Gmail Outlook im Browser

Unsere Adresse:

Seite teilen

WhatsApp E-Mail Facebook Telegram